KSS ohne Belüftung

Ohne kontinuierliche Belüftung legt sich ein Fremdölfilm auf den Kühlschmierstoff, der den Sauerstoffaustausch blockiert. In der sauerstofffreien Zone vermehren sich anaerobe Bakterien, die schwefelhaltige Bestandteile zu Schwefelwasserstoff abbauen – dem stechenden Geruch, der Betrieben als „Montagmorgengeruch“ bekannt ist. Die Folge: schnellerer Emulsionsverfall, gesundheitliche Belastung für die Belegschaft und teure, ungeplante KSS-Wechsel.

KSS Stinkt, und wie kontinuierliche Belüftung das Problem löst.

Die Ursache: Fremdölfilm und anaerobe Bakterien

Kühlschmierstoff ist eine Emulsion aus Wasser und Öl. Gelangt zusätzliches Fremdöl – etwa aus Hydraulik- oder Schmiersystemen der Maschine – in den Tank, legt sich mit der Zeit ein Ölfilm auf die Oberfläche. Dieser Film unterbindet den Sauerstoffaustausch mit der Luft. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) begünstigt genau das die Vermehrung anaerober Mikroorganismen, die Schwefelverbindungen in den Emulgatoren zu Schwefelwasserstoff abbauen. Stickstoffverbindungen wiederum werden zu Nitrit umgewandelt – laut TRGS 611 ein anerkannter Indikator für bakteriellen Befall. Ohne kontinuierliche Belüftung und Umwälzung bleibt dieser Prozess unbemerkt, bis er sich als Geruch zeigt.

Quellen: DGUV Information 209-051 „Keimbelastung wassergemischter Kühlschmierstoffe“ · IFA-Praxishilfen Kühlschmierstoffe – Lexikon Mikroorganismen · mehr dazu im Beitrag Bakterien im Kühlschmierstoff: Ursachen und Lösungen

5 Warnzeichen, an denen Sie eine kippende KSS-Anlage erkennen

Gesundheitliche und arbeitsschutzrechtliche Folgen

Kühlschmierstoff-Aerosole gelten laut NIOSH und OSHA als anerkannter Risikofaktor für Atemwegs- und Hautreizungen. In Deutschland regelt TRGS 611 den Umgang mit wassergemischten Kühlschmierstoffen, um genau solche Belastungen zu vermeiden. Ein unbelüfteter, bakteriell belasteter Kühlschmierstoff erhöht dieses Risiko zusätzlich. Auch die Wasserqualität selbst spielt hier eine Rolle: TRGS 611 begrenzt den Nitratgehalt im Ansetzwasser auf 50 mg/l, da höhere Werte unabhängig von bakteriellem Befall zur Bildung von Nitrosaminen führen können. Mehr dazu im Beitrag Wenn der KSS die Luft im Betrieb vergiftet.

Was ungeplante KSS-Wechsel kosten

Ein vorzeitiger, ungeplanter Wechsel bedeutet nicht nur Kosten für neuen Kühlschmierstoff, sondern auch Stillstand der Anlage und Entsorgungsaufwand für die alte Emulsion. Warum der günstigste Einkaufspreis dabei selten die günstigste Lösung ist, zeigt der Beitrag Der Eisberg-Effekt bei KSS-Anschaffungskosten.

Die Lösung: kontinuierliche Belüftung und Umwälzung

Reine Belüftung behandelt oft nur eine Stelle im Tank – Totzonen an Rändern und im Bodenbereich bleiben unversorgt. Der Airlift-Reaktor von emulvent kombiniert Sauerstoffzufuhr mit permanenter Umwälzung des gesamten Behälters, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr – auch am Wochenende, wenn die Anlage steht.

Mehr zur Kühlschmierstoff-Belüftung mit dem Airlift-Reaktor →

Häufige Fragen

Was ist der „Montagmorgengeruch“ beim Kühlschmierstoff?
Der typische, faulig-schwefelartige Geruch, der oft nach dem Wochenende oder anderen Betriebspausen auftritt, wenn anaerobe Bakterien im unbelüfteten Kühlschmierstoff Schwefelverbindungen zu Schwefelwasserstoff abgebaut haben.

Wie lange hält Kühlschmierstoff ohne Belüftung?
Das hängt von Tankgröße, Fremdölanteil und Betriebspausen ab – eine pauschale Zeitangabe ohne die eigenen Betriebsdaten wäre unseriös. Sichtbar wird die Verschlechterung häufig schon nach kurzen Stillstandszeiten wie einem Wochenende, klassischerweise als Montagmorgengeruch.

Sind Bakterien im Kühlschmierstoff gesundheitsschädlich?
Kühlschmierstoff-Aerosole gelten laut NIOSH und OSHA als anerkannter Risikofaktor für Atemwegs- und Hautreizungen; TRGS 611 regelt in Deutschland den sicheren Umgang mit wassergemischten Kühlschmierstoffen.

Reicht Belüftung allein aus, um das zu verhindern?
Nicht immer: Belüftung ohne Umwälzung erreicht oft nur den Bereich um die Luftaustrittsstelle. In Ecken und am Boden können weiterhin sauerstoffarme Totzonen entstehen. Erst die Kombination aus Belüftung und kontinuierlicher Umwälzung des gesamten Behälters – wie beim Airlift-Reaktor – verhindert das zuverlässig.

Reicht es, auf gute Wasserqualität (z. B. VE-Wasser) zu achten, um Kühlschmierstoff stabil zu halten?
Nein – das ist ein zweiter, unabhängiger Faktor. Wasserqualität verhindert Salzaufkonzentration und Kalkablagerungen: Laut DGUV-Praxishilfe sollte Ansetzwasser eine Härte von 10–20 °dH haben, reines VE-Wasser eignet sich vor allem zum Nachsetzen – bei der Erstbefüllung führt zu weiches Wasser häufig zu Schaumbildung. Selbst mit optimaler Wasserqualität schützt das aber nicht vor Sauerstoffmangel und anaeroben Bakterien: Sie entstehen unabhängig davon, ob das Ansetzwasser stimmt, sobald keine ausreichende Umwälzung stattfindet – und führen zum oben beschriebenen Montagmorgengeruch.